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Die staatliche Prüfung


§ 13 Schriftlicher Teil der Prüfung

Der schriftliche Teil der Prüfung ist an drei Tagen durchzuführen. Die Prüfungen zu den Themenbereichen rettungsdienstliche Maßnahmen und Maßnahmen der Gefahrenabwehr sowie der Themenbereich erweiterte medizinische Diagnostik und Therapie sollen jeweils 150 Minuten dauern, die Aufsichtsarbeit zum Themenbereich Kommunikation und Interaktion soll 90 Minuten dauern. Die genauen Themeninhalte ergeben sich aus den Ausbildungsinhalten, die in der APrV-Notsan Anlage 1 zu finden sind.

Die Aufgaben für die Prüfungen werden vom Vorsitzenden der Prüfung auf Vorschlag der Schulen ausgewählt. Der schriftliche Teil der Prüfung ist bestanden, wenn jede der drei Aufsichtsarbeiten mindestens mit „ausreichend“ benotet wird.

§ 14 Mündlicher Teil der Prüfung

In der mündlichen Prüfung soll der Prüfling seine anwendungsbereite berufliche Fachkompetenz und die zur Ausübung des Berufs erforderliche Personal-, Sozial und Methodenkompetenz nachweisen. Die Prüfung erstreckt sich auf folgende Themenbereiche:

  1. Notfallsituationen bei Menschen aller Altersgruppen sowie Gefahrensituationen erkennen, erfassen und bewerten, 
  2. rettungsdienstliches Handeln an Qualitätskriterien, orientiert an rechtlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen, ausrichten, 
  3. bei der erweiterten medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken.

Die Prüfung soll mindestens 30 und nicht länger als 45 Minuten dauern. Die Prüflinge können einzeln oder zu zweit geprüft werden. Der mündliche Teil der Prüfung ist bestanden, wenn er als Ergebnis der Gesamtbetrachtung mindestens mit „ausreichend“ benotet wird.  

§ 15 Praktischer Teil der Prüfung

Der praktische Teil der Prüfung erstreckt sich auf die Demonstration von praktischen Fähigkeiten im Rahmen der Notfallversorgung. Der Prüfling übernimmt dabei in mindestens vier Fallbeispielen alle anfallenden Aufgaben einer fachgerechten rettungsmedizinischen Notfallversorgung einschließlich:

  1. der Einschätzung der Gesamtsituation,
  2. der Erstellung einer Arbeitsdiagnose,
  3. des Umgangs mit medizinisch-technischen Geräten,
  4. der Durchführung von Sofort- und erweiterten Versorgungsmaßnahmen,
  5. der Dokumentation,
  6. soweit erforderlich, der Herstellung der Transportbereitschaft und der Übergabe der Patientin oder des Patienten an einen Notarzt oder in eine Klinik.

 Von den Fallbeispielen muss jeweils eines aus den Bereichen der

  1. internistischen Notfälle,
  2. der traumatologischen Notfälle sowie
  3. dem Bereich Herz-Kreislauf-Stillstand mit Reanimation stammen.

Bei mindestens einem Fallbeispiel ist die Prüfung auch auf das praktische Vorgehen bei der Auswahl der Zielklinik, die Zusammenarbeit mit der Leitstelle, die Anmeldung in der stationären Versorgungseinrichtung und die Übergabe in diese zu erstrecken.

In einem das jeweilige Fallbeispiel ergänzenden Prüfungsgespräch hat der Prüfling sein Handeln zu erläutern und zu begründen sowie die Prüfungssituation zu reflektieren. Dabei soll nachgewiesen werden, dass er in der Lage ist, die während der Ausbildung erworbenen Kompetenzen in der beruflichen Praxis anzuwenden und befähigt ist, die Aufgaben in der Notfallversorgung gemäß § 4 des Notfallsanitätergesetzes auszuführen.

Die Auswahl der Fallbeispiele erfolgt durch die dem Prüfungsausschuss vorsitzende Person auf Vorschlag der Schule. Dabei sind der aktuelle Standard und die Besonderheiten und Erfordernisse der Notfallmedizin mit einer zeitgemäßen Notfallversorgung angemessen zu berücksichtigen. Die Prüfung soll einschließlich des Prüfungsgesprächs in jedem Fallbeispiel nicht länger als 40 Minuten dauern.

Der praktische Teil der Prüfung ist bestanden, wenn jedes Fallbeispiel mindestens mit „ausreichend“ benotet wird.

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