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Notfallsanitäter.de - Informationen zum neuen Berufsbild

Ausbildungsstruktur



Bisher ist noch nichts Genaues über die Ausbildungsstruktur bekannt, aber die Ausbildung lässt sich wie in § 5 des NotSanG bereits festgelegt in drei Bereiche gliedern. Näheres wird sich aus der bisher noch nicht veröffentlichten Ausbildungs- und Prüfungsverordnung ergeben. 

  • Der theoretische und praktische Unterricht wird in staatlich anerkannten Schulen durchgeführt.
  • Die praktische Ausbildung wird an einer genehmigten Lehrrettungswache und an geeigneten Krankenhäusern durchgeführt.
  • Die Gesamtverantwortung für die Organisation und Koordination des theoretischen und praktischen Unterrichts und der praktischen Ausbildung entsprechend dem Ausbildungsziel trägt die Schule.
  • Zur Erprobung soll der Unterricht auch an Hochschulen stattfinden. Abweichungen von der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter sind jedoch nur zulässig, soweit sie den theoretischen und praktischen Unterricht betreffen

Ausbildungsziel


Das Ausbildungsziel des § 4 NotSanG formuliert im Gegensatz zum § 3 RettAssG eine Fülle an Aufgaben, Kompetenzen und Befugnissen, die dem zukünftigen Berufsbild während der Ausbildung vermittelt werden sollen. Neben dem allgemeinen Ausbildungsziel, wonach dem zukünftigen Notfallsanitäter das grundlegende Handwerkszeug in Form von entsprechend anerkanntem Know-how, fachlicher, sozialer und methodischer Kompetenz als auch entsprechender Teamfähigkeit bei der Versorgung von Patienten unter gänzlicher Einbeziehung der situativen Einsatzbedingungen mit an die Hand gegeben wird, sollen noch weitere Aufgabenstellungen dem Schüler während seiner Ausbildung vermittelt werden. 

Insgesamt soll somit der zukünftige Notfallsanitäter dazu befähigt werden, eigenverantwortlich per Gesetz definierte Aufgaben als auch definierte Aufgaben im Rahmen der Mitwirkung, sprich der Zusammenarbeit mit Notärzten, sowie aber auch durch den Ärztlichen Leiter Rettungsdienst oder einen entsprechend verantwortlichen Arzt vorgegebene eigenständige heilkundliche Maßnahmen ausführen zu können. Ein weiteres Augenmerk wird in diesem Gesetzesabschnitt ebenfalls auf die Kooperation mit weiteren Einsatzkräften gelegt. Diese während der Ausbildung zu vermittelnden Kompetenzen werden landesweit von den mit dem neuen Berufsbild in Kontakt kommenden Strukturen stark diskutiert. Durch diese für das Rettungsfachpersonal erstmals in einem Bundesausbildungsgesetz detailliert niedergeschriebenen Aufgabenfelder/Tätigkeiten des neuen Berufsbildes resultiert eine Garantenstellung. Sie verpflichtet den Notfallsanitäter, die nach § 4 II Nr. 1c NotSanG beschriebenen invasiven Maßnahmen durchzuführen. Der Bundesgesetzgeber möchte durch das beschriebene Ausbildungsziel eine Handlungsmöglichkeit bei der Patientenversorgung, aufgrund der gerade im ländlichen Bereich auftretenden Situation verlängerter Eintreffzeiten eines arztbesetzen Rettungsmittels schaffen. Des Weiteren soll hierdurch die oftmals geschilderte rechtliche Grauzone beseitigt werden (mehr dazu in RETTUNGSDIENST 3/2013, S. 68-73).

Im Rahmen der Ausbildung wird den zuvor beschriebenen Ausbildungszielen mit einer Anhebung der Ausbildungszeit von zwei auf drei Jahre und einer höheren schulischen Qualifikation Rechnung getragen. So wird zukünftig ein Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit mindestens zweijährig dauernder abgeschlossener Berufsausbildung für den Zugang zur Ausbildung benötigt. Aus dieser schulischen Grundqualifikation ergibt sich ebenfalls die im RettAssG noch explizit genannte Altersvoraussetzung für den Beruf. So musste man für den Zugang zur Rettungsassistentenausbildung mindestens das 18. Lebensjahr vollendet haben, wohingegen die Mittlere Reife für den Notfallsanitäter in der Regel im Laufe des 16. Lebensjahres abgeschlossen wird.

 

 

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