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Notfallsanitäter.de - Informationen zum neuen Berufsbild

Vorraussetzung für die Ausbildung zum Notfallsanitäter / zur Notfallsanitäterin


Die Vorraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung sind in § 8 geregelt und lauten wie folgt: 

  • die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs
  • der mittlere Schulabschluss oder eine andere gleichwertige, abgeschlossene Schulbildung
  • eine nach einem Hauptschulabschluss oder einer gleichwertigen Schulbildung erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer
  • im Rahmen eines Modellvorhabens an einer Hochschule (§ 7) der Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung.

  

Die Voraussetzungen zum Führen der neuen Berufsbezeichnung



Grundsätzlich müssen zum Erteilen der Erlaubnis, die neue Berufsbezeichnung führen zu dürfen, folgende Punkte durch die antragstellende Person erfüllt werden:

  • die Ausbildungszeit muss vorschriftsmäßig abgeleistet und die staatliche Prüfung muss bestanden worden sein,
  • sie darf sich keines Verhaltens schuldig gemacht haben, aus dem sich die Unzuverlässigkeit zur Ausübung des Berufes ergibt,
  • sie darf in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des Berufes nicht ungeeignet sein und
  • sollte über die zur Ausübung des Berufes erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse verfügen.

Diese Grundvoraussetzungen, die im § 2 des NotSanG geregelt sind, sind vergleichbar mit denen des § 2 des RettAssG. Im Absatz 2 des neuen Ausbildungsgesetzes sind allerdings zwei weitere Aspekte, die einen nachträglichen Entzug des Berufstitels ermöglichen, mit aufgeführt, die das RettAssG zuvor nicht explizit enthielt. Hier lässt sich zunächst eine Muss-Regelung zum Widerruf der Erlaubnis vorfinden, wenn sich die Person nachträglich etwas zuschulden kommen lässt, woraus sich eine klare Unzuverlässigkeit bei der Ausübung dieses Berufes ergibt. Als Beispiel können an dieser Stelle u.a. schwere Kapitaldelikte genannt werden. Die nächste Widerrufmöglichkeit wird durch eine Kann-Regelung formuliert, die auf den ersten Blick zunächst vielleicht etwas bedenklich erscheint. Hierbei wird die Möglichkeit des Widerrufes eingeräumt, falls die Person nachträglich in gesundheitlicher Hinsicht ungeeignet ist. Da es sich um ein neues Ausbildungsgesetz handelt, existieren noch keine expliziten Rechtsprechungen zu diesem Punkt. Allerdings lässt sich eine kongruente Formulierung in anderen Ausbildungsgesetzen wie z.B. dem Krankenpflegegesetz (KrPflG) ebenfalls wiederfinden. Diese Kann-Regelung soll zukünftig einen Handlungsspielraum bei z.B. Suchterkrankungen im Zusammenhang mit Medikamenten respektive Betäubungsmitteln (BTM) oder Drogenmissbrauchsfällen schaffen.

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